
Gedenken an den Holocaust – Commemorating the Holocaust – Praha hlavní nádraží (Foto: Bickel)
Buchveröffentlichungen
Bernadac, Christian: Train 7909 destination Dachau, Paris: Lafon . 1994 – 389 S. : Kt. ; 24 cm , ISBN 978-2-84098-037-7.
Bildungswerk Stanisław Nantz: Der Bahnhof von Treblinka (Texte zur Aktion Reinhardt), Kassel: Bildungswerk Stanisław Nantz . 2021 – 54 S. : zahlr. Abb. .
Broch, Ludivine M. E: Ordinary workers, Vichy and the Holocaust French railwaymen and the Second World War, Cambridge, United Kingdom: Cambridge University Press . 1st paperback ed. 2016 – 280 p. : ill. , ISBN 978-0-107-03956-8
„Should French railwaymen during the Second World War be viewed as great resisters or collaborators in genocide? Ludivine Broch revisits histories of resistance, collaboration and deportation in Vichy France through the prism of the French railwaymen – the cheminots. De-sanctifying the idea of railwaymen as heroic saboteurs, Broch reveals the daily life of these workers who accommodated with the Vichy regime, cohabitated with the Germans and stole from their employer. Moreover, by intertwining the history of the working classes with Holocaust history, she highlights unexpected histories under Vichy and sensitive memories of the post-war period. Ultimately, this book bursts the myths of cheminot resistance and collaboration in the Holocaust, and reveals that there is more to their story than this. The cheminots fed both the French nation and the German military apparatus, exemplifying the complexities of personal, professional and political life under occupation“–.
Bruder, Franziska: Das eigene Schicksal selbst bestimmen. Fluchten von Juden aus Deportationszügen der „Aktion Reinhardt“ in Polen (Reihe antifaschistischer Texte; Band 28), Hamburg Münster: Unrast . 2019 – 551 Seiten : Illustrationen ; 25 cm , ISBN 978-3-89771-826-5
Von März 1942 bis Herbst 1943 wurden 1,5 Millionen Juden und Jüdinnen, die meisten davon ehemalige polnische Staatsangehörige, zumeist per Zug in die NS-Vernichtungslager Treblinka, Belzec und Sobibor deportiert und dort ermordet. Entgegen dem Stereotyp gingen sie nicht wie ›Schafe zur Schlachtbank‹, sondern leisteten vielfältigen Widerstand. Nachdem die Funktion der Lager bekannt geworden war, bereiteten sich viele Juden auf die Flucht vor und sprangen unter Lebensgefahr aus den schnell fahrenden und schwer bewachten Todeszügen. Das Buch beruht auf den Biographien von Menschen, die gesprungen sind und überlebt haben. Wir erfahren etwas über die Voraussetzungen der Flucht und ihre Realisierung, über die Situation in den Waggons und das Überleben in der langen Zeit bis zum Kriegsende – in Verstecken, bei Partisanen oder getarnt als christliche Polen ….
Clayton, Meg Waite: The last train to London, New York: Harper . 2019 – 451 pages ; 23 cm , ISBN 978-0-06-294694-2 – Roman.
In 1936, the Nazis are little more than loud, brutish bores to fifteen-year old Stephan Neuman, the son of a wealthy and influential Jewish family and budding playwright whose playground extends from Vienna’s streets to its intricate underground tunnels. Stephan’s best friend and companion is the brilliant Žofie-Helene, a Christian girl whose mother edits a progressive, anti-Nazi newspaper. But the two adolescents’ carefree innocence is shattered when the Nazis’ take control. There is hope in the darkness, though. Truus Wijsmuller, a member of the Dutch resistance, risks her life smuggling Jewish children out of Nazi Germany to the nations that will take them. It is a mission that becomes even more dangerous after the Anschluss – Hitler’s annexation of Austria – as, across Europe, countries close their borders to the growing number of refugees desperate to escape. Tante Truus, as she is known, is determined to save as many children as she can. After Britain passes a measure to take in at-risk child refugees from the German Reich, she dares to approach Adolf Eichmann, the man who would later help devise the „Final Solution to the Jewish Question,“ in a race against time to bring children like Stephan, his young brother Walter, and Žofie-Helene on a perilous journey to an uncertain future abroad.
Engwert, Andreas / Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn. Eine Dokumentation der Deutschen Bahn AG, Köln Weimar Wien: Böhlau . 2009 – 162 S. : überw. Ill., graph. Darst. ; 27 cm , ISBN 978-3-412-20337-5
Begleitdokumentation zur gleichnamigen Wanderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Technikmuseum Berlin und der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. Die Deutsche Reichsbahn war mit der Deportation zahlloser Menschen beauftragt und damit unmittelbar am Holocaust beteiligt. Ohne den Einsatz der Eisenbahn wäre der systematische Mord an den europäischen Juden, Sinti und Roma im Zweiten Weltkrieg nicht möglich gewesen. Heute schätzt man, dass etwa drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa mit Zügen zu den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten transportiert wurden. Die vorliegende Dokumentation »Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn« ist die Begleitpublikation zur gleichnamigen Wanderausstellung der Deutschen Bahn AG und will an das unermessliche Leid erinnern, das diesen Menschen zugefügt wurde. Sie zeigt Einzelschicksale von Kindern, Frauen und Männern, die von ihren Heimatorten in den Tod transportiert wurden. Überlebende schildern in Zeitzeugeninterviews die grauenvollen Zustände in den Zügen. Die Verantwortlichkeiten sowie die fahrplanmäßige und betriebliche Durchführung dieser Transporte durch die Reichsbahn wird anhand von Dokumenten und Grafiken dargestellt.
Federman, Sarah: Last train to Auschwitz. The French National Railways and the journey to accountability 2021 – 302 Seiten, Illustrationen , ISBN 978-0-299-33170-2.
Flügge, Manfred: Rettung ohne Retter. Oder: Ein Zug aus Theresienstadt, München: Deutscher Taschenbuch Verlag . 2004 – 218 S. ; 21 cm , ISBN 978-3-423-24416-9.
Fransecky, Tanja: Escapees. The history of Jews who fled Nazi deportation trains in France, Belgium, and the Netherlands; übersetzt von Benjamin Liebelt, New York: Berghahn . English language edition 2019 – xi, 302 Seiten ; 24 cm , ISBN 978-1-78533-886-1 – Englischsprachige Ausgabe von: Flucht von Juden aus Deportationszügen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden.
Fransecky, Tanja von: Flucht von Juden aus Deportationszügen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden (Anne-Frank-Shoah-Bibliothek), Berlin: Metropol . 2014 – 398 S. : Kt. ; 23 cm , ISBN 978-3-86331-168-1 – Zugl.: Berlin, Techn. Univ., Diss., 2013. Anhang: Verzeichnis der dargestellten Fluchten, Quellen- und Literaturverzeichnis, Ortsregister, Personenregister
Hunderte jüdische Männer, Frauen und Kinder wagten den Sprung aus den Deportationszügen, die sie nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager bringen sollten. Allein in Frankreich, Belgien und den Niederlanden gab es über 750 Fluchten. Die Abwägung für oder gegen den gefährlichen Sprung aus dem fahrenden Zug warf für die Deportierten viele Fragen auf, etwa, ob sie nach dem Sprung mit Hilfe rechnen konnten oder ob die Zurückgebliebenen Sanktionen befürchten mussten. Die Studie, die auf Interviews und der Auswertung neuer Quellen beruht, beleuchtet ein bislang kaum beachtetes Kapitel jüdischen Widerstands gegen die nationalsozialistische Vernichtungspolitik. Zudem präsentiert sie Erkenntnisse zur Tätergruppe der Schutzpolizeikommandos, die die Deportierten bewachten.
Gigliotti, Simone: The train journey. Transit, captivity, and witnessing in the Holocaust (War and genocide; Band 13), New York: Berghahn Books . 2010 – VIII-244 p. : ill.; 23 cm , ISBN 978-1-84545-785-3
Chapter 1. Introduction: A Hidden Holocaust in Trains Chapter 2. Resettlement: Deportees as the Freight of the Final Solution Chapter 3. Ghetto Departures: The Emplotment of Experience Chapter 4. Immobilization in Cattle CarsA“ Chapter 5. Sensory Witnessing and Railway Shock: Disorders of Vision and Experience Chapter 6. Camp Arrivals: The Failed Resettlement Chapter 7. Conclusion: Memory Routes and Destinations Epilogue: Retelling Train Stories Bibliography Index.
Gottwaldt, Alfred: Die Reichsbahn und die Juden 1933-1939. Antisemitismus bei der Eisenbahn in der Vorkriegszeit, Wiesbaden: Marix . 2011 – 512 S. : zahlr. schw.-w. Fotos u. Abb.; 200 mm x 125 mm , ISBN 978-3-86539-254-1 – Rez: Frankfurter Rundschau, 05.05.2011, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2012
Nicht erst im Holocaust, sondern schon bald nach Hitlers Machtantritt begann die Einordnung der Deutschen Reichsbahn in die Judenpolitik des Dritten Reiches: Entlassung ihrer jüdischen Eisenbahnbeamten, Boykott jüdischer Lieferanten, Arisierung von Grundstücken aus jüdischem Besitz und Diskriminierung jüdischer Fahrgäste kennzeichneten die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg bei der Staatsbahn unter ihrem Generaldirektor Julius Dorpmüller. Hinzu kamen schon zu Friedenszeiten zahlreiche Transporte in die frühen Konzentrationslager sowie erste Deportationen polnischer und deutscher Juden vor und nach dem 9. November 1938, nicht zu vergessen Sonderzüge in die Emigration. Die umfangreiche Studie beschreibt diese historischen Fakten und skizziert dabei eine Fülle von Biographien. Sie geht jedem Detail antisemitischer Vorgänge bei der Eisenbahn vor dem 1. September 1939 nach, die sich nur als Wurzeln späteren Unheils begreifen lassen.
———: Ernst Spiro. Ein jüdischer Reichsbahndirektor, Berlin: Hentrich und Hentrich Verlag Berlin . 1., Edition 2014 – 82 S. : Ill. , ISBN 978-3-95565-044-5 – Rez: Die Tageszeitung, 05.07.2014
Ab 1933 entließ die Deutsche Reichsbahn ihre jüdischen Beamten. Der Maschinenbauer Ernst Spiro (1873–1950) war der wichtigste Ingenieur jüdischer Herkunft an der Spitze der Staatsbahn. Seit Dezember 1930 war er in Berlin als Direktor des Reichsbahn-Zentralamts für Einkauf tätig gewesen. Zuvor hatte Ernst Spiro jahrzehntelang im Werkstättendienst gearbeitet: 1911 baute er das Ausbesserungswerk Trier auf und führte moderne elektrische Krananlagen ein. Seit 1920 leitete er die Werkstättenabteilung der Reichsbahndirektion Altona und rationalisierte die Lokomotiv-Ausbesserung. 1939 emigrierte er mit seiner Frau nach England, wo er 1950 starb. Am Beispiel Ernst Spiros, der aus Ostrowo bei Posen stammte, wird das Schicksal deutsch-jüdischer Eisenbahner seit 1933 beschrieben. Zugleich wird an einen Ingenieur erinnert, der sein Schaffen vollkommen in den Dienst der Reichsbahn gestellt hatte.
Gottwaldt, Alfred B.: Die Deutsche Reichsbahn und Theresienstadt. Theresienstädter Studien und Dokumente (Prag) 2005 (2006), S. 63–110.
———: Die ‚Logistik des Holocaust‘ als mörderische Aufgabe der Deutschen Reichsbahn im Europäischen Raum. Neue Wege in ein neues Europa (Frankfurt am Main [u.a.]) (2009), S. 261–280.
———: Mahnort Güterbahnhof Moabit. Die Deportation von Juden aus Berlin (Notizen / Topographie des Terrors; Band Bd. 8), Berlin: Hentrich & Hentrich . 2015 – 103 S. : Ill., Kt. ; 19 cm , ISBN 978-3-95565-054-4
Etwa 55.000 Juden wurden im Zweiten Weltkrieg aus Berlin deportiert und zumeist ermordet. Die Transporte fuhren von den Stationen Grunewald und Moabit sowie vom Anhalter Bahnhof ab. Ziele waren Litzmannstadt, Minsk, Kowno, Riga, Warschau, der Distrikt Lublin und Theresienstadt, zuletzt Auschwitz. Am Beispiel des Güterbahnhofs Moabit beschreibt Alfred Gottwaldt detailliert die Struktur der „Judentransporte“ aus der Reichshauptstadt. Zugleich wird der Weg durch den Stadtteil vom Sammellager Levetzowstraße zum Bahnhof rekonstruiert, den mehr als 25.000 Menschen gehen mussten. Der Band enthält als besonderes Dokument die Erinnerungen von Hildegard Henschel (1897–1983), der Ehefrau des damaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, an ihren Dienst innerhalb der Jüdischen Gemeinde während der Deportationsphase vom Herbst 1941 bis zur Jahresmitte 1943.
———: Paul Levy. Ingenieur der Hedschasbahn und der Reichsbahn (Jüdische Miniaturen; Band Bd. 155), Berlin: Hentrich & Hentrich . 1. Aufl 2014 – 92 S. : Ill. ; 16 cm , ISBN 978-3-95565-065-0
In Danzig ausgebildet, zog es den Maschinenbauer Paul Levy (1876–1943) 1904 in den Nahen Osten zur Hedschasbahn, wo am 1. September 1908 die Bahnstrecke von Damaskus im heutigen Syrien nach Medina in Saudi-Arabien in Betrieb genommen wurde. Im Mai 1906 heiratete Paul Levy seine Cousine Ida und lebte mit ihr in Damaskus und Beirut. Im Ersten Weltkrieg erhielt er das Eiserne Kreuz. Zurück in Deutschland, wurde Levy Dezernent für Rationalisierung im Werkstättenwesen bei der Deutschen Reichsbahn in Altona und 1930 zum „Direktor bei der Reichsbahn“ befördert. 1935 versetzte die Bahn den jüdischen Beamten vorzeitig in den Ruhestand. Levy zog nach Berlin-Zehlendorf. Die Emigration gelang ihm nicht mehr. Mit rund eintausend anderen Menschen wurde er am 26. Februar 1943 von Moabit nach Auschwitz deportiert.
Gottwaldt, Alfred B. / Schulle, Diana: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941 – 1945. Eine kommentierte Chronologie, Wiesbaden: Marixverl . 2005 – 509 S. : Ill. ; 22 cm , ISBN 978-3-86539-059-2
In zehn Kapiteln werden erstmals die wichtigsten Daten sämtlicher „Judentransporte“ aus dem „Großdeutschen Reich“ zusammengestellt und kommentiert. In vielen deutschen Abgangsorten behindern ungenaue oder falsche Kenntnisse über die Zielorte und die Vorgänge dort das Verständnis der historischen Vorgänge, weil der Zielort „Auschwitz“ alle anderen überschattet: Litzmannstadt, Minsk, Kowno, Riga, der Distrikt Lublin und Theresienstadt waren jedoch seit Herbst 1941 gleichfalls wichtige Zielorte für viele „Judentransporte“ aus dem Deutschen Reich. Neben Einzelheiten zu Ziel, Insassen und Besonderheiten der Transporte wird auch das Schicksal der Deportierten nach der Ankunft skizziert.
Gottwaldt, Alfred Bernd: Eisenbahner gegen Hitler. Widerstand und Verfolgung bei der Reichsbahn 1933-1945, Wiesbaden: Marix-Verlag . 2009 – 352 S. m. Abb. u. Kart., 22 cm , ISBN 978-3-86539-204-6 – Rez. in: Die Tageszeitung, 02.10.2009.
Gottwaldt, Alfred Bernd / Schulle, Diana: „Juden ist die Benutzung von Speisewagen untersagt“. Die antijüdische Politik des Reichsverkehrsministeriums zwischen 1933 und 1945. Forschungsgutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Schriftenreihe des Centrum Judaicum; Band 6), Teetz: Hentrich & Hentrich . 2007 – 119 S. : Ill. ; 25 cm , ISBN 978-3-938485-64-4
In dieser Arbeit wird überzeugend und eindringlich dargelegt, wie tief das Reichsverkehrsministerium als eine eben nur scheinbar politikferne Fachverwaltung in die Judenverfolgung im „Dritten Reich“ und in den Holocaust verstrickt war. Schon vor dem 2. Weltkrieg sorgten die Beamten des Ministeriums willfährig für die Entlassung ihrer jüdischen Kollegen, leiteten zum Boykott der Juden an, stimmten der Einziehung von Führerscheinen zu und ordneten gegenüber Juden einzelne Reiseverbote zum Beispiel für Schlaf- und Speisewagen an. Während des Krieges führte das Ministerium die Aufsicht über zahlreiche jüdische Zwangsarbeiter und genehmigte ab 1941 die von der Reichsbahn durchgeführten Sonderzugprogramme zur millionenfachen Verschleppung der Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Biographien der Verkehrsminister und ihrer Staatssekretäre ergänzen die in nüchterner und klarer Sprache gehaltene Darstellung.
Hilberg, Raul: Sonderzüge nach Auschwitz; übersetzt von Gisela Schleicher (Dokumente zur Eisenbahngeschichte; Band 18), Mainz: Dumjahn . 1981 – 276 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 21 cm , ISBN 978-3-921426-18-0.
———: Sonderzüge nach Auschwitz (Ullstein; Band Nr. 33085 : Zeitgeschichte), Frankfurt/M Berlin: Ullstein . Geringfügig veränd. Fassung d. dt. Erstausg 1987 – 276 S. : 70 Ill. u. Kt.; 18 cm , ISBN 978-3-548-33085-3 – Lizenz d. Dumjahn-Verl., Mainz. Literaturverz. S. 263 – 265.
Hilberg, Raul / Hayes, Peter / Browning, Christopher R: German railroads, Jewish souls. The Reichsbahn, bureaucracy, and the final solution, New York: Berghahn . 2020 – xi, 152 pages ; 23 cm , ISBN 978-1-78920-275-5
„Renowned Holocaust scholar Raul Hilberg considered the German railway system that delivered European Jews to ghettos and death camps in Eastern Europe to be not only an essential component of the ‚machinery of destruction‘ but also emblematic of the amoral bureaucracy that helped to implement the Jewish genocide. German Railroads, Jewish Souls centers around Hilberg’s seminal essay of the same name, a landmark study of German railways in the Nazi era long unavailable in English. Supplemented with additional writings from Hilberg, primary source materials, and historical commentary from leading scholars Christopher Browning and Peter Hayes, this is a rich and accessible introduction to a topic in Holocaust history that remains understudied even today.“
Jones, Robin: Railways and the Holocaust. The Trains That Shamed the World, Horncastle, Lincs: Mortons Media Group . 2013 – 132 p. , ISBN 978-1-906167-87-5.
Kassenbrock, Karl: Konzentrationslager auf Schienen. Die Geschichte der 5. SS-Eisenbahnbaubrigade (Schriftenreihe der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten; Band Band 5), Göttingen: Wallstein Verlag . 2019 – 245 Seiten : Illustrationen ; 23 cm , ISBN 978-3-8353-3419-9
„Eine wenig beachtete Facette des nationalsozialistischen Lagerkosmos: Häftlingsalltag im mobilen Konzentrationslager. „Lumpen, keine Kleidung, fast nichts zu fressen, entsetzlich schlechte Behandlung, Kälte und schwere Arbeit, dazu kamen noch fortdauernd Bomben, denn unser Standplatz war der Güterbahnhof in Osnabrück.“ Mit diesen drastischen Worten umschrieb ein ehemaliger Häftling die Lebensverhältnisse in der 5. SS-Eisenbahnbaubrigade. Das Einsatzgebiet dieses „Konzentrationslagers auf Schienen“ mit 500 KZ-Häftlingen war von Oktober 1944 bis April 1945 das Streckennetz um die Eisenbahnknotenpunkte Osnabrück und Rheine. Die Baubrigade musste die durch alliierte Luftangriffe entstandenen Schäden an den Bahnlinien beseitigen, um den militärischen Nachschub zu sichern. Auf der Grundlage bisher kaum beachteter Quellen, darunter das Einsatztagebuch der Brigade und zahlreiche Augenzeugenberichte, werden die Organisation der 5. SS-Eisenbahnbaubrigade, die Arbeitseinsätze und die Lebenssituation der KZ-Häftlinge beschrieben. Ebenso rekonstruiert der Autor die Biografien einzelner Häftlinge und bietet weitere Einblicke in den Alltag der Brigade aus der Sicht der Betroffenen.“
Kuczynski, Thomas: Dem Regime dienen – nicht Geld verdienen. Zur Beteiligung der Deutschen Reichsbahn an Deportationen und Zwangsarbeit während der NS-Diktatur. Einige Überlegungen aus ökonomischer Sicht, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. (Berlin) 57, 6 (2009), S. 510–528.
Levi, Primo: Atempause; übersetzt von Barbara und Robert Picht, München: Dt. Taschenbuch-Verl. . Ungekürzte Ausg. 1994 – 245 S. : Kt. ; 18 cm , ISBN 978-3-423-11779-1.
———: Ist das ein Mensch?; übersetzt von Heinz Riedt, München: Hanser . 1988 – 370 S. : 1 Kt. ; 22 cm , ISBN 978-3-446-15125-3.
Lichtenstein, Heiner: Mit der Reichsbahn in den Tod. Massentransporte in den Holocaust 1941 – 1945, Köln: Bund-Verlag . 1985 – 160 S. : Ill. ; 21 cm , ISBN 978-3-7663-0809-2.
Lipietz, Alain: La SNCF et la Shoah. Le procès G. Lipietz contre État et SNCF (Essai; Band 31), Paris: Petits Matins . 2011 – 317 S. ; 20 cm , ISBN 978-2-915879-99-5.
Macadam, Heather Dune / Moorehead, Caroline: 999. The extraordinary young women of the first official Jewish transport to Auschwitz, New York: Citadel Press . 2020 – xxv, 438 pages, 16 unnumbered pages of plates : illustrations, map 24 cm , ISBN 978-0-8065-3936-2
„On March 25, 1942, nearly a thousand young, unmarried Jewish women boarded a train in Poprad, Slovakia. Filled with a sense of adventure and national pride, they left their parents’ homes wearing their best clothes and confidently waving good-bye. Believing they were going to work in a factory for a few months, they were eager to report for government service. Instead, the young women – many of them teenagers – were sent to Auschwitz. Their government paid 500 Reich Marks (about $200) apiece for the Nazis to take them as slave labor. Of those 999 innocent deportees, only a few would survive. The facts of the first official Jewish transport to Auschwitz are little known, yet profoundly relevant today. These were not resistance fighters or prisoners of war. There were no men among them. Sent to almost certain death, the young women were powerless and insignificant not only because they were Jewish – but also because they were female. Now acclaimed author Heather Dune Macadam reveals their poignant stories, drawing on extensive interviews with survivors, and consulting with historians, witnesses, and relatives of those first deportees to create an important addition to Holocaust literature and women’s history.“
Mierzejewski, Alfred C: Hitler’s trains, Stroud: Tempus . 2005 – 254 p. : ill., maps 24 cm , ISBN 0-7524-2981-7.
Minow, Hans-Rüdiger: Der Zug der Erinnerung. Die Deutsche Bahn und der Kampf gegen das Vergessen, Stuttgart: Schmetterling Stuttgart . 2014 – 445 S. : Ill., Kt. ; 22 cm , ISBN 978-3-89657-150-2
Als auf den Bahnhöfen in Frankreich und in den Niederlanden an die Massendeportationen der NS- Zeit erinnert wird, weigert sich die Deutsche Bahn AG, diesem Beispiel zu folgen: Für das Gedenken auf den ehemaligen Umschlagplätzen der Todesfahrten fehle es dem Staatsunternehmen an Geld, heißt es 2005 im Berliner Bahn-Tower. Weil die DB die Bahnhöfe für eine Ausstellung bundesweit sperrt, greifen Bürgerinitiativen in mehreren Städten zur Selbsthilfe und setzen einen Zug auf die Schienen. Bei seinen Fahrten über 100 Stationen durchbricht er das Erinnerungsverbot, 430.000 Menschen kommen auf die Bahnhöfe und begeben sich auf Spurensuche nach den Deportierten aus ihren Städten. Das Buch folgt dem Weg dieser Fahrten und den Ereignissen auf dem deutschen Schienennetz vor über 70 Jahren, als 3 Millionen Menschen in verschlossenen Waggons am helllichten Tag „nach Osten“ geschleust wurden. Für die Deportationen hatten sie Tickets lösen müssen, die den Organisatoren des Todes Profite einbrachten. Kinder zahlten die Hälfte. Vor allem aber schildert das Buch die Hintergründe des massiven Widerstands der DB AG und der Bundesregierung, die den Zug der Erinnerung mit Gebühren belegen und ihm die Schienen sperren. Ursache dieses Boykotts ist nicht das allgemeine Gedenken, sondern die Forderung der überlebenden Deportationsopfer nach Wiederherstellung des Rechts: Sie verlangen ein Schuldeingeständnis der staatlichen NS-Erben im Bundesverkehrsministerium und die Bezahlung der Schulden. Die Bundesregierung als Eigentümerin der DB AG weigert sich. Hans-Rüdiger Minow beschreibt diesen Konflikt, der den Kern der staatlichen Erinnerungspolitik freilegt: Die Bundesrepublik spricht von „Verantwortung“, aber meint konsequenzloses Gedenken, das sie in halbstaatlichen Vorfeldorganisationen und gemeinsam mit den NS-Erben aus führenden deutschen Großunternehmen in Szene setzt. Dabei wird die deutsche Vergangenheit instrumentalisiert, um aktuelle Interessen der deutschen Außenpolitik vor allem in Osteuropa zu befördern. Dem Autor standen die internen Dokumente des anhaltenden Konflikts zwischen Staat und Zivilgesellschaft ohne Einschränkung zur Verfügung. In seiner packenden Erzählung gelingen erstaunliche Einblicke in das politische Management der deutschen Erinnerungsabwehr. Für die zahlreichen privaten Gedenkinitiativen in der Bundesrepublik und für alle politisch Interessierten kann dieses Buch ein aktueller Wegweiser durch den Dschungel der deutschen „Erinnerungskultur“ sein.
Nitti, Francesco Fausto: Pferde: 8 – Personen: 70. Von Südfrankreich nach Dachau. Ein zeitgenössischer Bericht über den „Geisterzug“ 1944; übersetzt von Günter Leitzgen (Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur; Band Band 6), Berlin: Metropol . 2018 – 120 Seiten : Illustrationen ; 22 cm , ISBN 978-3-86331-418-7.
Oliner, Samuel P.: Who shall live. The Wilhelm Bachner story, Chicago, Ill.: Acad. Chicago Publ. . 1996 – XV, 277 S. : Ill., Kt. ; 23 cm , ISBN 978-0-89733-437-2.
Oliner, Samuel P. / Lee, Kathleen M.: Wilhelm Bachner. Ein Jude bei der Reichsbahn; übersetzt von Anna Kaiser, Gerlingen: Bleicher . 1. Aufl. 1999 – ger , ISBN 978-3-88350-661-6.
Opfermann, Immo (Hrsg.): Das Unternehmen „Wüste“. Ölschieferwerke und Konzentrationslager entlang der Bahnlinie Tübingen-Rottweil 1944/45. Leitfaden und Materialien zur Ausstellung in der ehemaligen Baracke auf dem Gelände des Oberschulamtes Tübingen, 7. Mai – 31. Juli 1997, Schömberg, Lembergstr. 13: I. Opfermann . 1997 – 116 S. : Abb. .
Pätzold, Kurt / Schwarz, Erika: „Auschwitz war für mich nur ein Bahnhof“. Franz Novak – der Transportoffizier Adolf Eichmanns (Reihe Dokumente, Texte, Materialien / Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin; Band 13), Berlin: Metropol . 1994 – 239 S. ; 21 cm , ISBN 978-3-926893-22-2.
Peters, Jan-Henrik: Zwischen Lohnarbeit und Deportation. Juden bei der Ostbahn im Generalgouvernement 1939 bis 1943, Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 43 (2011), S. 83–98.
Presner, Todd: Mobile Modernity. Germans, Jews, Trains, New York: University Press Group . 2007 – 368 p. : Ill. , ISBN 978-0-231-14012-6
„Though the history of the German railway system is often associated with the transportation of Jews to labor and death camps, Todd Presner looks instead to the completion of the first German railway lines and their role in remapping the cultural geography and intellectual history of Germany’s Jews. Treating the German railway as both an iconic symbol of modernity and a crucial social, technological, and political force, Presner advances a groundbreaking interpretation of the ways in which mobility is inextricably linked to German and Jewish visions of modernity. Moving beyond the tired model of a failed German-Jewish dialogue, Presner emphasizes the mutual entanglement of the very categories of German and Jewish and the many sites of contact and exchange that occurred between German and Jewish thinkers.Turning to philosophy, literature, and the history of technology, and drawing on transnational cultural and diaspora studies, Presner charts the influence of increased mobility on interactions between Germans and Jews. He considers such major figures as Kafka, Heidegger, Arendt, Freud, Sebald, Hegel, and Heine, reading poetry next to philosophy, architecture next to literature, and railway maps next to cultural history.Rather than a conventional, linear history that culminates in the tragedy of the Holocaust, Presner produces a cultural mapping that articulates a much more complex story of the hopes and catastrophes of mobile modernity. By focusing on the spaces of encounter emblematically represented by the overdetermined triangulation of Germans, Jews, and trains, he introduces a new genealogy for the study of European and German-Jewish modernity.“
Roth, Ralf / Schlögel, Karl (Hrsg.): Neue Wege in ein neues Europa. Geschichte und Verkehr im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main: Campus . 2009 – 555 S. : einige Abb. u. Karten; 22 cm , ISBN 978-3-593-38900-4
Enthält u. a.: Hans-Liudger Dienel: Die Eisenbahn und der europäische Möglichkeitsraum, S. 105-123 – Hans-Heinrich Nolte: Eisenbahnen und Dampferlinien, S. 124-140 – Christopher Kopper: Der Erste Weltkrieg als Eisenbahnkrieg, S. 222-234 – Ralf Roth: Wenn sich Kommunikations- und Transportsysteme in Destruktionsmittel vwerwandeln – die Reichsbahn und das System der Zwangsarbeit in Europa, S. 235-260 – Alfred Gottwaldt: Die „Logistik des Holocaust“ als mörderische Aufgabe der Deutschen Reichsbahn im europäischen Raum, S. 261-280 – Marie-Noëlle Polino: Der Zusammenhang von Transport und Vernichtung – ein ungelöstes Problem für Historiker, S. 281-300 – Hans Lemberg; Das Ende des Krieges – Evakuierung, Flucht, Vertreibung, Zwangsaussiedlung: Verkehrsgeschichtliche Aspekte.
Schiele, Werner: Zugfahrten in den Tod. Die Deportationen der Flörsheimer Juden in die Vernichtungslager 1941 bis 1945, Flörsheim am Main: Heimatverein Flörsheim am Main 1924 e.V . 2016 – 105 Seiten : Illustrationen ; 24 cm , ISBN 978-3-00-054438-5.
Steinke, Karolin: Züge nach Ravensbrück. Transporte mit der Reichsbahn 1939-1945. Begleitband zur Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück = Trains to Ravensbrück. Transports by the Reichsbahn 1939-1945. Ravensbrück Memorial Site exhibition catalogue (Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten; Band 26), Berlin: Metropol . 2009 – 143, [1] S. : Ill. ; 24 cm , ISBN 978-3-940938-27-5.
Vladi, Firouz / Arbeitsgemeinschaft Spurensuche in der Südharzregion (Hrsg.): Der Bau der Helmetalbahn. Ein Bericht von der Eisenbahngeschichte, den KZ-Häftlingslagern und der Zwangsarbeit im Südharz in den Jahren 1944 – 45 sowie den Evakuierungsmärschen im April 1945, Duderstadt: Mecke . 2000 – 164 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 24 cm , ISBN 978-3-932752-55-1.
Wehlim, Thomas Josef: Eisenbahnzüge: Edition Rugerup . 2015 – 219 S. ; 22 cm , ISBN 978-3-942955-50-8 – Roman
„Eisenbahnzüge“ erzählt über den Mythos und die Realität des Zweiten Weltkriegs aus der ungewöhnlichen Perspektive dreier Eisenbahngeschehnisse: Ein junger Mann entdeckt im Haus seines Großvaters eine riesige Holocaust-Modellbahnanlage Maßstab N. Ein ukrainischer Junge schließt Freundschaft mit einem deutschen Eisenbahn-Soldaten während des Russland-Feldzuges. Ein ungarisch-jüdisches Mädchen wird 1944 mit ihrer Mutter auf einem Zugtransport an den dunkelsten Ort der deutschen Geschichte deportiert. Und alle drei Handlungsstränge fügen sich schließlich zusammen zu einer Geschichte aus Schuld, Ohnmacht und Hoffnung.
Aufsätze
Gottwaldt, Alfred B.: Das besondere Bild [Nach der Ankunft eines Zuges im Konzentrationslager Auschwitz]. LM 13 (1974) Nr. 65, S. 130-131